Heute, auf den allerletzten Metern gab der Oktober noch einmal alles für einen goldenen „Sprint“. Sein farbenfrohes Blätterkleid leuchtete in der Sonne und bescherte uns einen Herbsttag wie aus dem Bilderbuch.

 

 

 

 

 

 

Wie zum Trost für das was kommt schenkte er uns mit seiner traumhaften Farbpalette ein Fest für die Sinne bevor die gesamte Herde zurück in den „Stall“ befördert wird. Statt berauschender Duft satter, noch sommergrüner Weiden und intensiv würziger Aromen des goldgelben, fröhlich raschelnden Herbstlaubs wieder dumpfer Mief und Stallgeruch – für mindestens den ohnehin schon schwer erträglichen, meist neblig-grauen, Gemüt und Laune erdrückenden November.

 

 

 

 

 

 

Hier dürfen wir dann völlig antriebslos wiederkäuend mampfend über die „schweren Monate grübeln, die uns bevorstehen“, wie uns die Kanzlerin düster prophezeit!

 

 

 

 

 

Wertvolle Lebenszeit soll wieder mit drastischer Kontaktreduzierung zu Freunden, Familie und Verwandten „gefüllt“ werden. Mal zur Abwechslung statt einsam im Topf zu rühren Aus-Essen zu Gehen, sich einen netten Cafébesuch zu gönnen, geschweige denn eine Unternehmung in Sachen „Kunst“ wie ein Konzertbesuch, eine Ausstellung oder nur einen Kinoabend zu planen – alles wieder gestrichen!

 

 

 

 

 

 

Denn: „Gefälligst Abstand halten“ heißt die Parole! Lebensfreude adieu! Wie oft eigentlich noch und wie lange soll dieser erdrückende Zustand dauern? Wünscht man sich nicht allmählich, dass dieses seltsame Jahr endlich vorbei ist?

 

 

 

 

 

 

Aber was kommt im nächsten Jahr? Über welche Zeitspanne können wir ohne allzu große Angst und eventuell nahende Depressionen diese frustrierenden Gefühle aushalten? Für viele ist das jetzt schon nicht mehr erträglich. Ist Resignation und sozialer Rückzug nicht daher schon vorprogrammiert? Aber was macht diese Anspannung und permanente innere Unruhe mit uns? Mit der Leichtigkeit der Jugend, die ausgehen und feiern möchte – sie sind noch nicht so alt, wie die Politiker, die ihnen jetzt wieder alles verbieten und die ihre Sturm und Drang Zeit mit fröhlichen Partys meistenteils unbeschwert genießen durften.

 

 

 

 

 

 

Zoom und andere digitale Plattformen können das ungeheuer wichtige – manchmal fürs Leben haltende – Kontakte knüpfen, Freundschaft schließen, soziale Netzwerke stricken, prickelndes Flirten und auch gerne mal gelegentliches „Knutschen“ meines Erachtens unmöglich ersetzen.

 

 

 

 

 

 

Oder mit der psychischen Belastbarkeit alter und alleinlebender Menschen, die die tollen Tipps, Zeit in der Natur zu verbringen, nach Möglichkeit noch mit sportlicher Betätigung, gar nicht umsetzen können? Als leicht zynisch müssen sie ja auch die Empfehlung betrachten, dass es positiv und ermunternd stimmen könnte, Pläne für die Zukunft zu machen, am besten Listen anzulegen mit all den Dingen, die man tun möchte für eine Zeit nach Corona….

 

 

 

 

 

 

Woher also Mut und Durchhaltekraft nehmen, wo auftanken und den Kopf frei bekommen bei all den negativen Nachrichten, mit den wir sozusagen im Stundentakt – ach was, minütlich – „bombardiert“ werden? Leider verfalle ich auch schon in diesen „Kriegs-Jargon“, aber die letzten und wohl auch die vor uns liegenden Monate sind für alle Erdenbürger eine sehr ungewöhnliche, „feindlich gesinnte“ Zeit!

 

 

 

 

 

 

Ist es da verwunderlich, dass es in der Bevölkerung brodelt? So viele Existenzen sind wieder und immer deutlicher betroffen: Gastronomen, die Veranstaltungsbranche, Künstler und Kulturschaffende, der Sportbereich und zig tausende Unternehmen des Mittelstandes stehen schlichtweg vor einer Katastrophe!

 

 

 

 

 

 

Und die zu einem großen Teil widersprüchlichen Aussagen und Informationen zu Infektionsorten machen die Situation leider noch wesentlich konfuser. So kann angeblich nur bei ca. 25 Prozent aller Betroffenen mit Corona Infizierten nachgewiesen werden, wo sie sich mit dem Virus angesteckt haben. Bei 75 Prozent bleibt der Ansteckungsherd unbekannt. Diese diffuse Datenlage und das Bewusstsein, dass wir von „Normalität“ weit entfernt sind, stellen eine enorme Belastung für die gesamte Gesellschaft dar.

 

 

 

 

 

 

Daher meine Lieben, bleibt achtsam, passt weiter gut auf einander auf, ruft öfter mal Oma und Opa oder die kranke Tante an, schreibt ein Briefchen, schickt mal einen kleinen Blumengruß, ein liebevolles Überraschungspäckchen oder backt einen leckeren Kuchen – natürlich mit einer Prise Liebe gegen diesen außergewöhnlichen November-Blues!

 

 

 

 

Aber eh‘ ich jetzt allzu melancholisch werde und wohlmöglich noch Moos ansetze,

 

 

 

 

lasse ich noch einmal den Drachen im Wind tanzen, genieße die Schönheit der herbstlichen Natur, die ich heute mit allen Sinnen einatme, vom Wolken beobachten, die am sattblauen Himmel dahinziehen, munter durchs Herbstlaub rascheln, das die Wälder gold-glühend färbt bis hin zum „Klauen“ der letzten gelb leuchtenden Birne drüben am Zaun!

 

 

 

 

Denn „Lebe jede Jahreszeit, wie sie kommt“ so der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau.

 

 

 

 

 

Und das meine Lieben habe ich mir auch vorgenommen, denn es „kütt eh‘ wie et kütt“, sagte meine rheinische Großmama immer.  Soll heißen, füge dich in das Unabwendbare, du änderst ohnehin nichts am Lauf der Dinge – oder positiv: Hab‘ keine Angst vor der Zukunft!

 

 

 

 

 

 

Mit dieser Lebenseinstellung zeigte sie sich auf ihre bodenständig schlichte Art fast so weise, wie der französische Philosoph Blaise Pascal (1623-1662), der wohl aus Erfahrung sprach, wenn er meinte:

„Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen.“

 

 

 

 

 

Meine lieben „Herzblätter“ alle…

 

 

 

ich erzähl‘ euch weiterhin von meinen Gedanken und Erfahrungen, Freuden und Sorgen, Hoffnungen (die ja bekanntlich „grün“ sind)

 

 


 

und Wünschen, versuche so oft wie möglich zu lachen, heiter zu sein und positiv zu denken. Ihr bleibt bitte gesund und wenn möglich unbeschwert, macht es euch in dieser dunkler werdenden Jahreszeit immer wieder mal gemütlich und kuschelig. Ich werde mich vielleicht in diese schützende Baumhöhle zum Winterschlaf verziehen – wenn ich sie wohnlich und behaglich oder – wie man im entschleunigten Dänemark sagt – „hyggelig“ eingerichtet habe…

 

 


 

 

Adresse für etwaige liebenswürdige Kommentare und Posts, auch gerne mal altmodische Briefchen und Ansichtskärtchen gebe ich noch bekannt.

 

 

 

 

Ein letztes virtuelles Küsschen an alle (hat die erste Silbe von virtuell eigentlich was mit VIREN gemeinsam???)

eure Evelyn

 

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