Huiiiii….  schon Mitte Dezember, die dritte Kerze drängelt ungeduldig ins tannengrüne Bild – und ich? Ich habe noch kein einziges Weihnachtsgeschenk dafür aber einen Großfamilien-Geschenke-Hürdenlauf vor mir. Wo ist denn nur die Liste, die sich seit Ende August mit den Wünschen der Lieben füllt?

 

 

War das früher auch so? Oder empfinden wir in unserer hektischen Zeit die Weihnachtsvorbereitungen nur noch als Last, vollgestopft mit Verpflichtungen und abzuhakenden Terminen. Kindergarten-Eltern-Oma/Opa-Bastelnachmittage, Schulaufführungen, Krippenspieltermine, Nikolausfeier (diverse), Adventssingen, Essenseinladungen, Weihnachtsfeiern, und, und, und…..

 

 

….natürlich Geschenke besorgen/basteln/bestellen, etliche Weihnachtsmenüs planen, Rezepte suchen, Plätzchen backen, die Wohnung festlich schmücken, Weihnachtskarten schreiben…. So, und jetzt erstmal: STOPP!

 

 

Denn liegt nicht die Kunst darin, sich zu entspannen und sich darauf zu konzentrieren, was schön, gemütlich, besinnlich, vielleicht sogar etwas verträumt und märchenhaft ist in dieser Zeit?

 

 

Dieser Monat – der Dezember – kann zu einer kleinen, vorweihnachtlichen Zeitreise verführen, wenn wir uns darauf einlassen, ein wenig wieder zu Kindern zu werden. Mich versetzt der anheimelnde Duft von Bratäpfeln, die leise im Ofen brutzeln und ihre Aromen von Zimt, Vanille und Anis verströmen, augenblicklich wieder in meine Kindheit.

 

 

Begleitet von einer süß-würzigen, heißen Schokolade… ein paar tiefe Atemzüge – und um mich ist es geschehen! Ich bin mittendrin im gold-glitzernden Märchenland der Weihnachtszeit, in der der Nikolaus seine Gaben verteilt, das Christkind im achtspännigen Rentierschlitten über den Himmel gleitet und die hilfreichen Engel fröhlich singen.

 

 

Überhaupt – die Düfte in dieser Zeit! Sie bringen die Erinnerungen mit und dringen direkt in die Seele. Kerzenduft, Lebkuchen, Mandarinen und Apfelsinen, Tannennadeln, Sternanis – ein unwiderstehliches Duftpotpourri – wie geschaffen für die dunkle Jahreszeit. Schnuppert mal alle kräftig!

 

Advent, Advent, die dritte Kerze brennt…

 

 

…und begleitet von stimmungsvoller Musik packe ich voller Vorfreude die ersten Geschenke ein.

 

 

Dabei kommt mir das alte Plätzchenrezept meiner Mutter in Erinnerung und das Weihnachtsmenü nimmt gedanklich leckere Formen an. Vielleicht schon mal den Baumschmuck sichten? Ob die schönen alten, silbernen Christbaumkugeln heil geblieben sind? Neue Kerzen müssen auch gekauft werden. Weiße, rote – was hatten wir denn letztes Jahr?

 

 

Und der Baum – wie groß darf er sein und welches Nadelkleid soll er tragen? Ein wenig trauere ich schon den „alten“ Fichtenbäumen hinterher – ihr vertrauter, aromatischer Duft, er fehlt mir einfach bei den „heutigen“, gefälligen, kompakt gewachsenen und eleganten Nordmanntannen. Aber die nadeln doch nicht so schnell…. Seufz!

 

 

Schnell weg mit den Wermutstropfen und her mit einem wohlriechenden, würzigen Glühwein! Der vierte Advent – er kommt in großen Schritten! Und in diesem Jahr hat er sich auf den 23. platziert – einen!! Tag vor Heilig Abend! Au weh! Wie soll ich bis dahin nur alles schaffen? Noch einen Glühwein bitte! Schnell!

 

 

Und im Nu bin ich wieder dem Zauber dieser Zeit mit den turbulenten Kinder-Plätzchenback-Nachmittagen und den stimmungsvollen, leisen Adventsabenden erlegen und freue mich gemeinsam mit allen großen und kleinen Weihnachtswichteln und –engeln auf frohe Weihnachten.

 

 

Dieses Jahr wird es ein farbenfrohes Fest mit einem bunten Baum und deshalb bitte: „alle Plätzchen nehmen“, denn „Morgen, Kinder, wird’s was geben…“

 

 

Nun leuchten wieder die

Weihnachtskerzen

Und wecken Freude in allen Herzen.

   Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste

 vom Schönen das Schönste,

vom Guten das Beste!

  – Gustav Falke, 1853 – 1916 –

 

Taucht ein ihr Lieben in eine wunderschöne, stimmungsvolle Advents- und Weihnachtszeit, erschnuppert sie, lasst sie euch auf der Zunge zergehen, genießt sie mit allen Sinnen!

 

Fröhliche Weihnachten, eure Evelyn

 

 

Für einen gemütlichen Adventsnachmittag ein Rezept mit „Heimatduft“

 

Münsterländischer Bratapfel

4 große Äpfel (Boskop)

1 Zitrone

100 g Schwarzbrot, zerbröselt

1 Eigelb

1 Handvoll Rosinen

einen kleinen Schuss Rum

100 g Haselnüsse, grob gehackt

Butter für die Form

 

 

Das Kerngehäuse der Äpfel ausstechen und mit Zitronensaft beträufeln.

Zerbröseltes Schwarzbrot, Eigelb, und die in Rum getränkten Rosinen mit den grobgehackten Haselnüssen zu einer Masse verrühren und in die Äpfel füllen.

Alle Äpfel in eine gebutterte Auflaufform setzen und bei ca. 200 Grad Ober-/Unterhitze ca. 30 Minuten backen.

Sehr lecker zu den Bratäpfeln schmeckt eine Vanillesauce oder eine Kugel Vanilleeis.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.