Spätsommerperlen im Münsterland

 

 

 

 

 

Ein wenig Wehmut beschleicht mich schon, wenn ich jetzt – Ende August – zusehe, wie der Sommer langsam seine bunten Kleider in den Koffer packt und uns mit merklich kürzer werdenden Tagen und kühleren Abenden zurück lässt.

 

 

 

 

Aber noch begleitet er uns für einige schönen Stunden, in denen wir uns auf die Suche nach seinem spätsommerlichen Perlenschmuck machen dürfen.

 

 

 

 

 

 

Tiefes Hellblau, sonniges Gelb und frisches Grün – das sind die Farben seines Geschmeides und ich feiere diesen wunderschönen Sommerausklang mit einem besonders schönen „grünen Gedicht“ – unter dem schimmernden Wasserfarbenhimmel des  Münsterlandes!

 

 

 

 

Und das mal wieder in Begleitung der Freundin auf unseren interessanten Lieblingsbeschäftigungs-Entdeckungstouren.

 

 

 

 

 „Da fliegt, als wir im Felde gehen,

ein Sommerfaden über Land….“

Ludwig Uhland  

 

 

 

 

„Noch“… möchte man sagen! Da müssen wir nicht lange überlegen, greifen schnell zu und erkunden mit den letzten „Sommerfäden“ in der Hand die münsterländische Parklandschaft mit ihren barocken Schlössern, vornehmen Herrensitzen und prächtigen alten Gutshöfen, die nicht selten von einer Gräfte, einem Wassergraben, umschlossen sind.

 

 

 

 

 

 

Mit vornehmer Noblesse signalisieren diese behäbig in der Stille der Landschaft ruhenden charaktervollen Adelssitze Stolz und Demut gleichermaßen. Niemals protzig, sondern mit dem typisch westfälischen „Understatement“ heißen sie auch heute noch würdevoll ihre Besucher willkommen.

 

 

 

 

 

 

So steht manches Schlossportal weit offen und schenkt uns überraschende Einblicke in eine liebevoll gepflegte Bewahrung der Vergangenheit, die ruhig und nobel fein patinierte Impressionen eines gediegenen westfälischen Landadels lebendig aufleuchten lassen.

 

 

 

 

 

 

Dass auf der Palette des Münsterlandes nicht nur ein dursichtiges Nebelgrüngrau vorherrscht, wie vielleicht manch einer glauben mag, davon zeugen die schönsten Farbmalereien des Spätsommers in den reich bestückten Bauerngärten, die die farbenfrohen Tage meiner kleinen Sommerreise noch um einige prachtvolle Nuancen bunter pinseln.

 

 

 

 

 

 

Nach ausgiebigem Genuss guter Landluft bei erholsamen Ausflügen im erfrischenden Grün der idyllischen Parklandschaft des Münsterlandes steht uns der Sinn nach ein wenig „Kultur“ schnuppern. Aber bitte mit (nein, nicht Sahne…) – wie könnte es für uns anders sein – mit Farbe!

 

 

 

 

 

Für den anspruchsvollen Kunstfreund hat Münster einiges zu bieten! Wir entschließen uns für das Museum für Lackkunst, das eine weltweit einzigartige Sammlung aus über zwei Jahrtausenden erlesener Lackkunst präsentiert. Dieses Museum stellt wirklich eine Besonderheit innerhalb des Kulturangebotes der Stadt dar.

 

 

 

 

 

 

Von der Lackkunst des alten China, woher auch die ältesten Exponate stammen, bis hin zu prächtigen Lackmöbeln europäischer Höfe der Barock- und Rokokozeit bewundern wir fasziniert die Präzision, mit der die Künstler ihren kostbaren Objekten durch Farbe und Brillanz eine ungemeine Anziehungskraft verliehen haben. Ein wahrhaft glänzender Genuss – eine wirkliche „Spätsommerperle“!

 

 

 

 

 

 

Unsere Kulturstadt hat aber noch etwas Sensationelles zu bieten! Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich den Besuch des „Picasso-Museums“, das in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Unter dem Titel „Simply The Best“ vereint das Museum die schönsten Neuerwerbungen seit seiner Eröffnung. Ein Spitzentreffen der Moderne sozusagen – mit illustren Werken von Pablo Picasso, Georges Braque, Marc Chagall und Henri Matisse.

 

 

 

 

 

 

Die Ausstellung dieses genialen Quartetts mit den großartigen künstlerischen Individualisten ist wirklich ein Leckerbissen der besonderen Art! Eine ungewöhnlich schöne, farbenprächtige Bereicherung für meine „Spätsommerperlenkette“!

 

 

 

 

 

 

Ein Bild kann ebenso gut mit Worten geschrieben

werden, wie man Gefühle in Gedichten malen kann.

Pablo Picasso

 

 

 

 

 

 

Die letzten impressionistischen Farbtupfer fügen wir zum Abschluss einer farbenfrohen Ferienwoche mit einem Abstecher ins nahe gelegene Örtchen Winterswijk im Nachbarland Holland hinzu.

 

 

 

 

 

 

Es tut gut bei den entspannten Holländern einzutauchen in ihre gemütliche, gelassene und farbenfrohe kleine Welt. Hier lassen wir uns noch ein Weilchen treiben, genießen das typisch niederländisches Fischgericht „Kibbeling“, bewundern das quirlige Sammelsurium kleiner Lädchen mit ihrem kreativen Angebot…

 

 

 

 

 

 

…und gönnen uns auf der Rückreise in der wunderschönen Umgebung des „Living Gardens – Rosenhaege“ einen immer wieder traumhaften Eindruck der umwerfend inspirierenden und talentierten niederländischen Garten-, Park- und Landschaftsgestaltung. Grüne Meisterwerke – gestaltet auf dem Background jahrhunderterlanger Tradition mit modernem Esprit!

 

 

 

 

 

 

Ein mit feinem Pinsel in sanften Blautönen aquarellierter Himmel begleitet uns auf der Heimfahrt. Bei der Freundin in ihrem kleinen, behaglichen, bunten Kokon lassen wir unsere „Spätsommerperlen“ noch einmal durch die Finger gleiten und freuen uns, dass wir so schöne Erlebnisse aus dem besonderen Sommer 2020 in unsere Erinnerungsrucksäcke packen können.

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche euch allen einen farbenfrohen und heiteren Sommerausklang, pflückt die letzten warmen Tage und bleibt gesund und zuversichtlich,

 

 

 

 

eure Evelyn

 

 

 

 

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